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Sonntag, 14. Dezember 2014

Hallo liebe Leute!

Letzten Freitag war ich mit Mirjam zu einem Shabbatessen eingeladen. Davor haben wir uns noch in ihrer Hebräischen Gemeinde getroffen. Danach sind wir dann zu der Familie gefahren, wo wir eingeladen waren. Der Abend war wirklich sehr cool. Erstens war es eine recht große Familie, weswegen ich mich natürlich gleich ein bisschen zu Hause gefühlt habe und zweitens war es total cool, die Gebete und Segen -jüdische Traditionen in einer christlichen Familie-  auf Hebräisch mit zu bekommen.
Johannes Gerloff hatte beim Seminar letzte Woche davon gesprochen, dass er viel mit einem Rabbiner diskutiert und geredet hat. Und er lebt ja auch schon lange hier, hat so eine andere Perspektive auf die Bibel und auch auf Israel, womit manche Theologen nichts zu tun haben.
Er hat am Anfang seiner Andacht betont, dass er dabei von drei Dingen ausgeht: 
1. Die Bibl liest sich im Kontext, 
2. Gott unterscheidet. Vom Anfang der Bibel an, zwischen Licht und Finsternis, Wasser und Land, dann auch zwischen Gut und Böse und irgendwann zwischen Israel und allen anderen Völkern.
3. Gott verändert sich nicht, was bedeutet, dass man die Bibel von vorne nach hinten und chronologisch lesen bzw. verstehen muss.
Was er dann in der Andacht gesagt hat und wie mich das beeindruckt hat, könnt ihr zusammen gefasst in meinem letzten Eintrag lesen, aber ich finde es einfach total interessant, dass hier in Israel noch viel mehr auf das Alte Testament Bezug genommen wird. Natürlich von den messianischen Juden, aber eben auch von Familien, die Freitag Abends eine Shabbat-Feier haben und die Segen und Gebete sprechen.
Wir hatten in der Gemeinde, in die ich gehe mal eine Predigtreihe über die jüdischen Feste, warum wir als Christen die auch noch feiern können.
Erst fand ich das sehr komisch, sehr ungewohnt, aber wenn man darüber nachdenkt, warum feiern wir in Deutschland die Feste nicht mehr? Natürlich will Gott keine Opfer mehr von uns und auch der Bund ist ein neuer. Aber Feste, die Gott von seinem Volk zu seinem Gedenken wollte oder bestimmte Umgangsformen und Segen oder Gebete haben doch immer noch Gültigkeit, oder? Gott bleibt doch der Selbe und Jesus hat das alles auch mit gemacht. Warum feiern wir den Shabbat (oder wegen Jesus Auferstehung, den Sonntag) nicht mehr als Familienfest und Ruhetag?
Ihr seht, ein Jahr in Israel wirft auch Fragen auf. Ich habe ja noch ein bisschen Zeit mich damit zu beschäftigen und bin wirklich froh darüber, dass ich diese Möglichkeit habe, einen ganz anderen Blick auf das Alte Testament zu bekommen.

Liebe Grüße zum dritten Advent aus

Samstag, 19. Juli 2014

"Ena'im shelcha lisró'ach kemo komachim me'al Yerushalaim."


http://heiligkreuz.info/wp-content/uploads/2014/04/IMG_2906-636x310.jpg
Sterne über Jerusalem

Gerade bin ich in Hannover bei dem Einführungsseminar. Hier sind knapp 40 Volontäre von DIL (Dienste in Israel). Die meisten gehen, wie ich, nächste Woche am 27.07. und einige auch erst im Oktober. Auf jeden Fall ist es echt cool, dass ich jetzt weiß, mit wem ich nächstes Jahr zusamen leben werde. Außerdem gibt es ja auch einen Hauskreis mit den Vielen, die auch in Jerusalem sind. Wir haben hier vormittags Hebräischunterricht und nachmittags noch verschiedenste Themen, die wir nächstes Jahr teilweise brauchen. Bis jetzt z.B. Pflege, Autismus, Demenz, Hygiene, ... Aber es ist auch Freizeit zum quatschen und Fußball spielen und Hebräisch-Hausaufgaben machen :)

Beim Hebräischkurs hab ich festgestellt, wie schwierig es ist, sich in eine so fremde Sprache hinein zu versetzen! Wenn wir Sätze bilden, klingt das auf Hebräisch etwas so: "Ich gehen nach dich." Ok, es ist nicht nur schwierig, sondern vor allem lustig :D Wir hoffen dann einfach mal, dass die Israelis dann ungefähr wissen, was gemeint ist.
Unsere Lehrerin ist eine Jüdin und kommt aus Israel. Sie hat einen schönen Akzent und hat bis jetzt noch keinen einen Hebräischkurs geleitet, aber wir lernen trotzdem viel! Immer wenn jemand etwas schön gesagt hat, sagt sie: "Gans gud!"
Wenn wir Sätze aus gerade Gelerntem basteln sollen, versuch ich gleich mal welche zu machen, die ich nächstes Jahr auch gebrauchen kann. Dabei ist auch der Satz aus der Überschrift herausgekommen. Einige kennen ihn vielleicht so ähnlich aus "Friendship": "Deine Augen leuchten, wie die Sterne über Jerusalem." ;D
Wenn jemand noch mehr Sätze auf Hebräisch lernen will, dann habe ich auch einige wichtige Sätze unter HebräischCrashkurs.